Eine kleine Sensation: Das Geheimnis der goldenen JCII-Etiketten ist gelüftet

Wer japanische Kameras der Nachkriegszeit sammelt, kennt sie: die kleinen goldenen JCII-Aufkleber mit ihrer rätselhaften zweistelligen Zahl. Generationen von Sammlern haben sich gefragt, was dieser Code bedeutet. Unser Mitglied Dr. Stephan Baedeker hat dem Rätsel nun zu einer Antwort verholfen.

Mit Unterstützung seines Freundes Elmar – der als Deutscher seit dreißig Jahren im Vorstand einer japanischen Firma sitzt und die dortigen Gepflogenheiten bestens kennt – wandte sich Dr. Baedeker an das JCII Camera Museum in Tokio. Mehrere formvollendet höflich verfasste Anfragen auf Japanisch und schließlich ein persönlich übergebenes Schreiben führten zum Erfolg. Yoshio Inokuchi, Kurator des Museums, ließ sich auf Spurensuche ein und sprach mit einer Person, die zur Zeit der Prüftätigkeit der Stiftung bei JCII tätig war.

Die Auflösung ist denkbar einfach:

„Die Nummern auf den Etiketten sind eine Kombination aus der letzten Ziffer des Jahres und des Monats. Beispielsweise wäre Januar 1986 die Zahl ‚61', und Januar 1976 wäre ebenfalls ‚61'." — Yoshio Inokuchi, Kurator JCII Camera Museum

Damit lässt sich ein großer Teil der goldenen japanischen Kamera-Ära nun deutlich präziser datieren – ein Werkzeug, das Sammlern und Forschern lange gefehlt hat. Die Zehnjahres-Mehrdeutigkeit lässt sich in der Praxis meist über die bekannten Produktionszeiträume der jeweiligen Modelle auflösen.

Eine Frage bleibt offen: Für die Monate Oktober, November und Dezember ist der Schlüssel nicht eindeutig, denn dreistellige Codes hat – soweit bislang dokumentiert – niemand auf einem JCII-Etikett gesehen. Wie diese drei Monate codiert wurden, ist Gegenstand weiterer Recherchen, denen sich Dr. Baedeker bereits widmet.

Wir danken Dr. Baedeker und seinem Freund Elmar herzlich für diese Detektivarbeit und sind gespannt auf den nächsten Schritt.