Editorial März 2026

Editorial März 2026
Der März ist für viele von uns eine schöne Zeit. Das Licht verändert sich, die Tage werden länger, und wer mit offenen Augen unterwegs ist, merkt schnell, dass nun wieder andere Bilder möglich werden als noch vor wenigen Wochen. Für Menschen, die sich für historische Photographie interessieren, ist das vielleicht mehr als nur eine Jahreszeit. Es ist auch eine Erinnerung daran, wie sehr unser Blick von Licht, Zeit und Aufmerksamkeit abhängt.
In diesem Sinne freue ich mich, dass die neue Photo Antiquaria 167 pünktlich zum Osterfest erscheint. Das war diesmal keineswegs selbstverständlich. Unser bisheriger Druckpartner hat sich sehr kurzfristig aus dem Digitaldruck verabschiedet, und es war durchaus ein kleiner Kraftakt, rechtzeitig eine neue Druckerei zu finden, die sowohl preislich vertretbar ist als auch qualitativ unseren Ansprüchen genügt. Umso mehr freut es mich, dass dies gelungen ist.
Besonders schön ist, dass unser Chefredakteur Wolfgang Kuttig für das Kuvertieren, das Aufbringen der Adressetiketten und die Versandvorbereitung erstmals mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zusammenarbeiten konnte. Auch das ist ein schönes Beispiel dafür, dass hinter jeder Ausgabe nicht nur redaktionelle Arbeit steht, sondern auch sehr viel praktisches Engagement.
Sehr gefreut hat mich auch der gute Verlauf unseres ersten virtuellen Mitgliederstammtischs. Dass sich gleich 18 Teilnehmer zugeschaltet haben, ist ein erfreuliches Zeichen. Natürlich kann ein solches Format die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Aber es kann eine gute Ergänzung sein, wenn es gelingt, darüber nicht nur Informationen auszutauschen, sondern wirklich ins Gespräch zu kommen. Genau das war bei unserem ersten Versuch bereits gut zu spüren.
Wichtig erscheint mir auch, dass wir unsere Website Schritt für Schritt in einer Weise ausbauen, die für unsere Mitglieder ganz konkreten Nutzen hat. Die Erweiterung von „Sammlerwissen kompakt“ um den Bereich Linsendiagnose ist dafür ein gutes Beispiel. Wer historische Objektive sammelt, kauft oder benutzt, weiß, wie schnell man bei Zustandsfragen an Grenzen stößt. Umso besser ist es, wenn solche Dinge sachlich, verständlich und fachlich verlässlich erläutert werden.
Unser Club lebt davon, dass Wissen nicht nur bewahrt, sondern auch weitergegeben wird. Er lebt von Mitgliedern, die genau hinschauen, Erfahrungen teilen und bereit sind, andere an ihren Kenntnissen teilhaben zu lassen. Dafür danke ich Ihnen herzlich.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre, Freude an den ersten photographischen Frühlingstagen und weiterhin viele gute Entdeckungen.
Mit herzlichen Grüßen
Klaus Herrmann
Vorsitzender des Club Daguerre e.V.
PS: meine hübsche Begleiterin ist eine sogenannte Multiplikatorenkamera ungesicherter Herkunft - eine edle Spende unseres Ehrenmitglieds Jan Beenken an das 3F-Museum.